Heidelbergs Baugeschichte ist von der Geologie des Neckartals geprägt: Der Übergang vom quartären Talschotter zum anstehenden Buntsandstein des Odenwalds sorgt dafür, dass die Untergrundverhältnisse oft auf kurzer Distanz wechseln. Wer im Weststadt-Viertel verdichtet oder in den Hanglagen oberhalb der Altstadt gründen will, braucht ein Verfahren, das diese Variabilität zerstörungsfrei abbildet. Genau hier setzt die Vertikale Elektrische Sondierung (VES) an: Sie misst die scheinbaren spezifischen Widerstände im Untergrund in Abhängigkeit von der Tiefe. Seit Jahrzehnten gehört dieses geoelektrische Erkundungsverfahren zur Standardpalette der Baugrundvorerkundung – in Heidelberg liefert es vor allem dann Mehrwert, wenn Bohrungen oder Schürfgruben an ihre Grenzen stoßen, etwa in schwer zugänglichen Steillagen oder auf denkmalgeschützten Parzellen der Heidelberger Altstadt.
Mit der VES lassen sich Schichtgrenzen und Verwitterungszonen kartieren, lange bevor der erste Bagger in Heidelbergs anspruchsvollem Untergrund ansetzt.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
In Heidelberg sehen wir bei Baugrunduntersuchungen oft, dass die geologische Grenze zwischen quartären Kiesen und dem zerklüfteten Buntsandstein nicht horizontal verläuft. Wer allein auf punktuelle Aufschlüsse setzt, interpretiert schnell eine durchgehende Felsoberkante, wo in Wirklichkeit eine tiefe Auskolkung mit lockerem Material vorliegt. Wird dann die Gründungssohle zu optimistisch angesetzt, drohen Setzungsdifferenzen, die bei Hochwassereinfluss des Neckars noch verstärkt werden. Mit einer VES-Messung lassen sich solche Auskolkungen über Widerstandskontraste viel flächiger erkennen. Auch alte, nicht dokumentierte Fundamentreste oder Leitungstrassen in den historischen Quartieren der Heidelberger Altstadt zeichnen sich im VES-Profil ab – ein entscheidender Vorteil, um spätere Nachtragsrisiken zu vermeiden.
Normativer Rahmen
DIN 18128 – Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte; Bestimmung des spezifischen elektrischen Widerstands, DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, ISO 17025 – Akkreditierung des Prüflabors
Verwandte Dienstleistungen
Tiefensondierung VES
Klassische Vertikale Elektrische Sondierung zur Ermittlung der Schichtwiderstände und Tiefenlage des Felshorizonts in Heidelbergs Hanglagen.
Kartierung von Auskolkungen
Messprofile entlang der Neckarufer zur Detektion von Rinnenstrukturen und setzungsempfindlichen Weichschichten.
Hydrogeologische Sondierung
Abgrenzung von Grundwasserleitern und Stauhorizonten, etwa in den Schwemmfächern der Seitentäler des Odenwalds.
Beweissicherung Altlasten
Erkundung von Altablagerungen und Leckagefahnen über Widerstandsanomalien im Untergrund.
Typische Parameter
Gängige Fragen
Welche Aussagekraft hat eine VES-Messung in Heidelberg?
Die VES liefert ein Tiefenprofil des scheinbaren spezifischen Widerstands. In Heidelbergs Geologie lassen sich damit Lockergesteinsmächtigkeiten, die Felsverwitterungszone des Buntsandsteins und grundwasserführende Horizonte sehr gut voneinander abgrenzen.
Wie weit reicht eine Vertikale Elektrische Sondierung in die Tiefe?
Die Eindringtiefe hängt vom maximalen Elektrodenabstand und der Untergrundleitfähigkeit ab. In den Heidelberger Tallagen erreichen wir mit Standardauslagen meist Tiefen um 30 bis 60 Meter, bei Bedarf auch darüber.
Mit welchen Kosten muss man für eine VES-Messung rechnen?
Die Kosten bewegen sich je nach Sondierungstiefe und Stationsanzahl in einem Rahmen von €560 bis €1060. Wir erstellen dazu ein detailliertes Angebot nach Ihren Projektvorgaben.
Kann die VES-Messung auch auf versiegelten Flächen eingesetzt werden?
Auf Asphalt oder Beton ist die Kontaktierung der Elektroden erschwert. Meist setzen wir die Messung auf unversiegelten Grünstreifen oder in Baugrubensohlen an. In Ausnahmefällen bohren wir kleine Kontaktlöcher durch den Belag.
Welche Norm liegt der Auswertung zugrunde?
Die Messung und Auswertung richten sich nach DIN 18128. Unser akkreditiertes Labor arbeitet zudem unter der Qualitätssicherung der ISO 17025, sodass die Berichte uneingeschränkt prüffähig sind.
