Heidelbergs Baugrund erzählt eine Geschichte von Fluss und Fels. Die Altstadt ruht auf quartären Kiesen und Sanden des Neckars, während sich am Schlossberg und im Westen der Stadt Buntsandstein und Lösslehmschichten auftun. Wer hier ein Bauwerk plant, muss beide Welten verstehen. In unserer Erfahrung scheitern Standardannahmen oft genau an dieser geologischen Grenze. Der Triaxialversuch liefert dann das entscheidende Bild: Wir messen nicht nur, wann der Boden bricht, sondern auch, wie er sich unter seitlichem Druck verformt. Für Tiefbaumaßnahmen am Neckarufer kombinieren wir den Versuch regelmäßig mit einer SPT-Bohrung, wenn die Tragfähigkeit in den Flusssedimenten zu klären ist.
Die Kohäsion und der Reibungswinkel aus dem Triaxialversuch bestimmen, ob ein Heidelberger Hang dauerhaft standsicher ist.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Heidelberg zählt rund 160.000 Einwohner und liegt in der Erdbebenzone 1 nach DIN EN 1998-1/NA, mit einer Referenzspitzenbodenbeschleunigung von 0,4 m/s². Das klingt niedrig, doch in den engen Talflanken des Odenwalds genügen lokal schon geringe dynamische Lasten, um Porenwasserüberdrücke in locker gelagerten Neckarsanden aufzubauen. Ein drainierter Triaxialversuch allein reicht dann nicht – wir empfehlen undrainierte CU-Versuche mit Porenwasserdruckmessung, um die zyklische Scherfestigkeit realitätsnah zu erfassen. Bei Hanglagen oberhalb des Philosophenwegs oder in Ziegelhausen sehen wir immer wieder, dass die effektive Kohäsion in Lösslehm nach Starkregen drastisch abfällt. Ohne belastbare Triaxialdaten wird die Böschungsstabilität hier schnell zur Gefahr für die Bausubstanz.
Normativer Rahmen
DIN 18137-2: Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte – Bestimmung der Scherfestigkeit (Triaxialversuch), DIN EN ISO 17892-8: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Teil 8: Unkonsolidierter undränierter Triaxialversuch, DIN EN 1997-1 (Eurocode 7): Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Allgemeine Regeln, DIN 4022-1: Baugrund und Grundwasser – Benennen und Beschreiben von Boden und Fels
Verwandte Dienstleistungen
Konsolidierter, drainierter Triaxialversuch (CD)
Der Standardversuch für bindige und rollige Böden im Neckartal. Wir fahren drei Laststufen mit vollständiger Konsolidierung und messen die effektiven Scherparameter φ' und c'. Lieferung des Mohr-Coulomb-Diagramms und der Spannungs-Dehnungs-Kurven innerhalb von fünf Werktagen nach Probeneingang.
Undrainierter Triaxialversuch (CU) mit Porenwasserdruckmessung
Für weiche Auelehme und gesättigte Sande, bei denen schnelle Belastung kritisch ist. Wir zeichnen den Porenwasserdruck kontinuierlich auf und leiten die undrainierte Scherfestigkeit cu ab. Besonders geeignet für Baugruben im Neckarvorland und Gründungen auf weichen Schichten.
Typische Parameter
Gängige Fragen
Wann brauche ich in Heidelberg einen Triaxialversuch statt eines Rahmenscherversuchs?
Der Triaxialversuch ist immer dann vorzuziehen, wenn der Porenwasserdruck eine Rolle spielt – also bei gesättigten Neckarsedimenten, weichen Auelehmen oder bei Hanglagen mit Sickerwasser. Er erlaubt undrainierte Versuche und die Messung der effektiven Spannungen, was der Rahmenscherversuch nicht leistet. In Heidelberg kombinieren wir beide Verfahren, wenn heterogene Böden vorliegen.
Was kostet ein Triaxialversuch in Heidelberg?
Ein konsolidierter, drainierter Triaxialversuch mit drei Laststufen liegt in unserem Labor im Bereich von 1.960 bis 2.410 Euro, abhängig von der Probenvorbereitung und der erforderlichen Sättigungsphase. Undrainierte CU-Versuche mit Porenwasserdruckmessung bewegen sich im oberen Drittel dieser Spanne.
Wie lange dauert die Durchführung eines Triaxialversuchs?
Die reine Scherphase eines CD-Versuchs dauert je nach Durchlässigkeit des Bodens 3 bis 7 Tage. Davor steht die Sättigungs- und Konsolidierungsphase, die bei Heidelberger Lösslehmen weitere 2 bis 4 Tage beansprucht. Insgesamt rechnen Sie mit 5 bis 8 Werktagen bis zum vollständigen Prüfbericht.
Welche Probengröße wird für den Triaxialversuch benötigt?
Wir verarbeiten ungestörte Proben mit 100 mm Durchmesser und 200 mm Höhe nach DIN 18137. Bei grobkörnigen Böden ab Feinkies setzen wir 150-mm-Proben ein. Die Entnahme sollte nach DIN EN ISO 22475-1 erfolgen, idealerweise mit Ausstechzylindern oder Blockproben.
