Die hydrogeologischen Verhältnisse in Heidelberg könnten unterschiedlicher kaum sein: Während im dicht bebauten Neuenheimer Feld quartäre Kiese und Sande des Neckarschwemmfächers mit Durchlässigkeiten jenseits von 1×10⁻³ m/s dominieren, steht man im Bereich des Königstuhl-Massivs auf geklüftetem, angewittertem Buntsandstein – ein Medium, dessen Klufthohlräume bei Lugeon-Tests Drücke von mehreren Bar aufnehmen können, ohne dass ein Full-Spread-Verlust eintritt. Genau hier setzt der Felddurchlässigkeitsversuch an, um die Spanne zwischen hochdurchlässigem Flussschotter und geringdurchlässigem Gebirge zuverlässig abzubilden. Ohne In-situ-Kennwerte bleibt jede Versickerungsplanung und jede Abdichtungsinjektion reine Spekulation. Unser Team führt die Versuche direkt im Stadtgebiet durch und liefert Kennwerte, die der lokalen Baugrunddynamik standhalten.
Ein Lugeon-Test im Heidelberger Buntsandstein zeigt oft Klüfte, die im Bohrkern unsichtbar bleiben – aber 80 % der gesamten Wasserwegigkeit ausmachen.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Die eingesetzte Ausrüstung besteht aus einem pneumatischen Doppelpacker-Gestänge mit Edelstahl-Messlanze, einem druckhaltenden Wasserzulaufsystem mit elektronischem Durchflussmesser und einem Datenlogger, der Wasserdruck und Injektionsrate im Sekundentakt aufzeichnet. In den engen Gassen der Heidelberger Altstadt oder auf steilen Hangbohrpunkten oberhalb von Schlierbach muss das System oft über Kranausleger oder Seilwinden positioniert werden – ein logistischer Aufwand, der sich lohnt. Wird die Gebirgsdurchlässigkeit falsch eingeschätzt, drohen massive Schäden: Eine Unterschätzung führt zu unzureichenden Injektionsschirmen und Wassereinbrüchen in Tiefgaragen unterhalb des Philosophenwegs. Eine Überschätzung der Durchlässigkeit in den Auelehmen der Bergstraße wiederum kann dazu führen, dass Versickerungsanlagen genehmigungsrechtlich durchfallen, weil die berechnete Sickerleistung in der Realität nicht erreicht wird. Der Feldversuch ist hier die einzige belastbare Referenz.
Normativer Rahmen
DIN EN ISO 22282-2:2012 (Lefranc), DIN EN ISO 22282-3:2012 (Lugeon), DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DWA-A 138 (Versickerung)
Verwandte Dienstleistungen
Lugeon-Versuch im Gebirge
Fünfstufiger Druckversuch mit Doppelpacker zur Ermittlung der Gebirgsdurchlässigkeit im geklüfteten Buntsandstein. Inklusive Houlsby-Auswertung und Bewertung des Kluftverhaltens (Dilatation, Erosion, turbulente Strömung).
Lefranc-Versuch im Lockergestein
Ermittlung der hydraulischen Durchlässigkeit in quartären Kiesen und Auelehmen mittels konstanter oder fallender Druckhöhe. Auswertung nach Hvorslev und Vergleich mit Siebanalysen.
Behördliche Dokumentation
Zusammenstellung aller Versuchsdaten in einem normkonformen Geotechnischen Bericht nach DIN 4020 für Versickerungsnachweise, Abdichtungsplanungen oder Deponiebauprojekte im Raum Heidelberg.
Typische Parameter
Gängige Fragen
Was kostet ein Lefranc- oder Lugeon-Versuch in Heidelberg?
Für einen Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc oder Lugeon inklusive mobilen Packersystemen, Datenlogger und ingenieurtechnischer Auswertung bewegen sich die Kosten in Heidelberg je nach Bohrtiefe und Zugänglichkeit zwischen €610 und €920 pro Messsektion. Hinzu kommen die Bohrkosten für die Bereitstellung des Bohrlochs.
Welche Druckstufen sind bei einem Lugeon-Test im Heidelberger Buntsandstein sinnvoll?
Wir fahren das klassische Houlsby-Schema mit fünf Stufen: 0.5 - 1 - 2 - 5 - 10 bar. Bei stark angewittertem Sandstein oberhalb des Grundwassers kann die maximale Stufe auf 5 bar reduziert werden, um hydraulische Rissbildung zu vermeiden. Die zyklische Fahrweise deckt irreversible Kluftveränderungen zuverlässig auf.
Kann man den Versuch auch im bestehenden Baugrubenbereich durchführen?
Ja, das ist möglich. In beengten Baugruben am Heidelberger Hang, etwa bei Terrassenbebauungen, setzen wir das portable Packersystem mit kurzen Gestängesektionen ein. Die Versuchsdaten liefern dann direkt die notwendigen Kennwerte für eine eventuelle Injektionsplanung oder für die Dimensionierung der Bauwerksabdichtung.
