Der häufigste Fehler im Heidelberger Baugrund: Man verlässt sich auf die geologische Karte, ohne die Feinteile zu prüfen. Der Neckarschwemmfächer liefert sandig-kiesige Ablagerungen, doch Lösslehmdecken und tonige Auenmergel durchziehen die Stadt vom Klausenpfad bis nach Wieblingen. Eine reine Sieblinie verfehlt den kritischen Schluff- und Tonanteil unter 0,063 mm. Genau dort entscheidet sich, ob der Frostwiderstand oder die Verdichtbarkeit zum Problem wird. Wir kombinieren Trockensiebung und Aräometer nach DIN EN ISO 17892-4, um das gesamte Kornspektrum von Blockgröße bis Feinton zu erfassen. Bei sandigen Neckarsedimenten ergänzen wir das Ergebnis oft mit einem CPT-Versuch, um die Lagerungsdichte direkt im Feld zu kalibrieren und Überraschungen beim Aushub zu vermeiden.
Die Sieblinie allein reicht nicht – im Heidelberger Neckartal entscheidet der Feinkornanteil unter 0,063 mm über Frostempfindlichkeit und Setzungsverhalten.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Heidelberg liegt auf 114 m ü. NHN, doch die Baugrundhöhen variieren zwischen 100 m in der Bahnstadt und über 400 m am Königstuhl. Der Höhensprung bedeutet: Jedes Bauvorhaben trifft auf andere quartäre Deckschichten. Im Zollhofgarten stehen sandige Kiese an, die oberflächlich grobkörnig wirken – aber bereits 8 % Ton im Feinanteil verschieben die Klassifikation von SW zu SC und verändern den Durchlässigkeitsbeiwert um eine Zehnerpotenz. Wer mit einem falschen kf-Wert eine Versickerungsanlage bemisst, riskiert Staunässe oder Überlauf bei Starkregen. Die Stadt Heidelberg verlangt für Versickerungsnachweise nach DWA-A 138 eine genaue Kornverteilungskurve. Ohne Hydrometeranalyse fehlt die Datengrundlage. Auch bei der Bewertung der Frostempfindlichkeit nach ZTV E-StB entscheidet der Feinkornanteil unter 0,02 mm über die Einstufung in die Frostempfindlichkeitsklassen F1 bis F3.
Normativer Rahmen
DIN EN ISO 17892-4:2017 (Bestimmung der Korngrößenverteilung), DIN 18123 (Bestimmung der Korngrößenverteilung durch Sedimentation), DIN EN ISO 14688 (Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden), DWA-A 138 (Versickerung von Niederschlagswasser), ZTV E-StB (Frostempfindlichkeitsklassen)
Verwandte Dienstleistungen
Kombinierte Sieb- und Schlämmanalyse
Trocken- und Nasssiebung bis 0,063 mm, Aräometerverfahren für den Feinkornanteil. Eine vollständige Kornsummenkurve nach DIN EN ISO 17892-4, geeignet für Baugrundgutachten und Versickerungsnachweise.
Bodenklassifikation nach DIN EN ISO 14688
Ableitung der Bodengruppe (GE, SW, SI, ST, UL, TL, etc.) aus der Kornverteilungskurve. Wir liefern die Gruppenbezeichnung inklusive Ungleichförmigkeitsgrad Cu und Krümmungszahl Cc – direkt verwendbar im Geotechnischen Bericht.
Durchlässigkeitsbeiwert kf nach Hazen / Beyer
Berechnung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts aus der Kornsummenkurve. Für Versickerungsanlagen nach DWA-A 138, Baugrubenwasserhaltung oder die Dimensionierung von Dränagen im Heidelberger Neckartal.
Frostempfindlichkeitsbewertung
Einstufung in die Frostempfindlichkeitsklassen F1 bis F3 nach ZTV E-StB anhand des Feinkornanteils unter 0,02 mm. Relevant für Straßenoberbau und frostsichere Gründungen in den Hanglagen des Odenwalds.
Typische Parameter
Gängige Fragen
Was kostet eine vollständige Korngrößenanalyse (Siebung + Hydrometer) in Heidelberg?
Die kombinierte Analyse liegt je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand zwischen €100 und €170 netto pro Probe. Bei mehr als drei Proben aus derselben Baustelle reduzieren sich die Kosten pro Analyse. Enthalten sind Trocken- und Nasssiebung, Aräometerversuch über 24 Stunden sowie die Kornsummenkurve mit Cu, Cc und kf-Wert.
Warum reicht eine einfache Siebanalyse ohne Aräometer oft nicht aus?
Die Siebanalyse stoppt bei 0,063 mm Maschenweite. In den Heidelberger Talauen und Hangschuttdecken liegen die bindigen Anteile (Schluff, Ton) genau unterhalb dieser Grenze. Der Feinkornanteil bestimmt jedoch Frostverhalten, Wasserbindung und Konsistenz. Ohne Aräometerverfahren fehlt die Grundlage für eine korrekte Bodenklassifikation nach DIN EN ISO 14688 und für die kf-Wert-Ermittlung bei feinkörnigen Böden.
Wie lange dauert die Analyse vom Probeneingang bis zum Bericht?
Die reine Messdauer beträgt 24 Stunden für die Sedimentationsphase. Mit Trocknung, Siebung und Auswertung rechnen Sie mit 3 bis 5 Werktagen ab Probeneingang im Labor. Bei zeitkritischen Projekten in der Heidelberger Bahnstadt oder dem Neuenheimer Feld bieten wir einen Express-Service innerhalb von 48 Stunden an.
Welche Probenmenge benötigt das Labor für eine Korngrößenanalyse?
Für die kombinierte Sieb- und Hydrometeranalyse benötigen wir etwa 1,5 bis 2 kg gestörtes Material. Bei grobkiesigen Böden mit Größtkorn über 31,5 mm sind bis zu 5 kg sinnvoll. Die Probe muss repräsentativ entnommen sein – bei geschichteten Böden aus verschiedenen Tiefen. Wir beraten Sie vor Ort im Heidelberger Stadtgebiet zur fachgerechten Probenahme.
