GEOTECHNIK
Heidelberg, Germany
info@geotechnik.vip
StartseiteStraßengeotechnikBemessung flexibler Fahrbahnen

Bemessung flexibler Fahrbahnen in Heidelberg: Tragfähig von der ersten Lage an

In Heidelberg sehen wir immer wieder dieselbe Krux: Man baut eine neue Zufahrt oder einen Firmenparkplatz, und nach zwei Wintern zeigen sich die ersten Risse und Setzungen. Das liegt selten am Asphalt, sondern fast immer daran, dass die Belastungsklasse nicht zum Untergrund passt. Der Übergang vom anstehenden Buntsandstein des Odenwalds zu den quartären Kiesen des Neckartals ist hier oft extrem scharf; auf wenigen hundert Metern wechselt der CBR-Wert von 30 auf 5. Für eine robuste Bemessung flexibler Fahrbahnen braucht es daher mehr als ein Standardprofil aus der RStO. Vor allem in Gewerbegebieten wie Pfaffengrund oder den Hanglagen oberhalb von Ziegelhausen muss die Tragschicht exakt auf die lokale Topografie abgestimmt werden, sonst wird der ganze Oberbau zum Sanierungsfall.

Eine flexible Fahrbahn ist nur so gut wie ihre unterste Lage: Was der Frost im Odenwald nicht hebt, drückt der Neckar im Talgrund weg.

Methodik und Umfang

Die RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen) gibt die Bauklassen I bis VI vor, aber in Heidelberg entscheidet oft erst der Plattendruckversuch auf der planierten Schottertragschicht, ob die rechnerische Dimensionierung auch in der Tiefe trägt. Wir arbeiten konsequent mit dem Verformungsmodul Ev2 als zentralem Freigabekriterium, weil sich gerade die Auenlehme im Neckartal unter dynamischer Last völlig anders verhalten als die verwitterten Granite am Schlossberg. Ein typischer Aufbau für eine Bk3.2-Fläche in der Bahnstadt beginnt bei uns nie ohne eine mineralische Tragdeckschicht mit abgestufter Körnung, deren Körnungsanalyse wir im eigenen Labor nach DIN 18123 prüfen. So vermeiden wir Kornabstufungen, die bei Starkregen zum Pumpen der ungebundenen Schichten führen – ein Fehler, der bei vielen rein rechnerischen Dimensionierungen unentdeckt bleibt.
Bemessung flexibler Fahrbahnen in Heidelberg: Tragfähig von der ersten Lage an

Lokale Besonderheiten

Ein Logistikzentrum im Industriegebiet Wieblingen wurde auf einer alten Neckaraufschüttung errichtet. Der Baugrund bestand aus locker gelagerten Auelehmen mit eingeschwemmten Torflinsen. Die erste Dimensionierung sah eine Bk1.8 mit 15 cm Asphalttragschicht vor – rechnerisch knapp ausreichend. Nach sechs Monaten Lkw-Verkehr zeigten sich Setzungsmulden von 4 cm in den Spurrinnen. Die Ursache war keine unzureichende Dimensionierung, sondern eine lokal begrenzte Durchfeuchtung der Schottertragschicht durch aufsteigendes Kapillarwasser. Seitdem empfehlen wir bei Grundwasserständen unter 1,5 m unter Planum grundsätzlich eine kapillarbrechende Kiessandschicht, auch wenn die RStO diese bei der gewählten Bauklasse nicht zwingend vorschreibt. Ein CPT-Versuch vor der Bemessung hätte die wassergesättigten Zonen eindeutig kartiert.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: info@geotechnik.vip

Normativer Rahmen

RStO 12 (FGSV 499), DIN EN 1997-2:2010-10 (Eurocode 7, Geotechnische Erkundung und Untersuchung), DIN 18134 (Plattendruckversuch), DIN EN 13286-47 (CBR-Test), TL Asphalt-StB 07/13

Verwandte Dienstleistungen

01

Dimensionierung nach RStO und ZTV Asphalt

Festlegung der Bauklasse und des Schichtaufbaus anhand Verkehrslast und Untergrundtragfähigkeit, inklusive Variantenvergleich für kosteneffiziente Tragdeckschichten.

02

Baugrundbeurteilung und Tragfähigkeitsmessung

CBR-Test und Plattendruckversuche auf dem Planum und der Tragschicht zur Validierung der rechnerischen Dimensionierung direkt auf Ihrer Baustelle in Heidelberg.

03

Qualitätssicherung im Einbau

Kontinuierliche Überwachung des Verdichtungsgrads und der Ebenheit während des Asphalteinbaus, mit abschließender Griffigkeitsmessung nach SRT-Verfahren.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Belastungsklasse nach RStO 12Bk0.3 bis Bk100 (I–VI)
Mindest-Ev2-Wert Planum≥ 45 MN/m² (Bk3.2)
CBR-Test nach DIN EN 13286-47≥ 15 % für Frostschutzschicht
Asphalttragschicht AC 32 T SMächtigkeit 12–24 cm
FrostempfindlichkeitsklasseF2/F3 (Neckarauen)
Prüfverfahren Verdichtungsgrad≥ 100 % DPr
Rechenmodell SpannungsverteilungMehrschichtentheorie (BISAR)

Gängige Fragen

Was kostet eine Bemessung flexibler Fahrbahnen in Heidelberg?

Die Kosten für eine Bemessung flexibler Fahrbahnen in Heidelberg liegen je nach Umfang zwischen 1.380 und 5.100 Euro. Ausschlaggebend sind die Größe der zu bemessenden Fläche, die Anzahl der erforderlichen Baugrundaufschlüsse und der Aufwand für Laborversuche nach DIN 18134.

Welche Bauklasse nach RStO brauche ich für einen Supermarkt-Parkplatz?

Das hängt von der prognostizierten Verkehrsbelastung ab. Für einen typischen Supermarkt-Parkplatz mit überwiegend Pkw-Verkehr und gelegentlichem Liefer-Lkw reicht meist die Belastungsklasse Bk0.3 oder Bk1.0. Wir führen die Verkehrszählung und Achslastberechnung als Grundlage für die Einstufung durch.

Warum reicht ein Standardaufbau nach RStO in Heidelberg oft nicht aus?

Weil die Baugrundverhältnisse in Heidelberg auf kleinem Raum stark wechseln. Von tragfähigen Neckarkiesen bis zu setzungsempfindlichen Auelehmen liegen hier alle Extreme. Ein Standardprofil ignoriert diese Wechsellagerung und führt zu ungleichen Setzungen, die wir durch lokale Anpassung der Frostschutzschicht und Tragschichtdicke vermeiden.

Prüfen Sie auch den Verformungsmodul vor Ort?

Ja, wir führen statische und dynamische Plattendruckversuche direkt auf Ihrer Baustelle durch. Der Ev2-Wert ist für uns das entscheidende Freigabekriterium jeder Tragschicht, bevor der Asphalt eingebaut wird. Das Protokoll erhalten Sie noch am selben Tag.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Heidelberg und Umgebung.

Größere Karte ansehen